www.FLASCHENpOSTsee.de

fps_028.jpgPressespiegel: jungfernfahrt der flaschenpost

 

startEckernförder Zeitung
(Gernot Kühl)
 

Nur das Meer kennt den Weg

für finder

 

Eckernförde hat ein neues Postamt. Skipper Ewald Huß nahm das Flaschenpostseeamt offiziell in Betrieb. Mit einem kräftigen Wurf über die Reling seiner "Platessa von Esbjerg" in die aufgewühlte See vor Eckernförde gab der selbsternannte "Postadmiral" gestern um 12.59 Uhr die erste Sendung auf - Ziel unbekannt, Empfänger bitte melden.

Sorgsam steckte Künstlerin Marianne Tralau die Gründungsurkunde in die bauchige Flasche. Hinzu kamen drei Gutscheine: eine für eine Übernachtung für zwei Personen in Eckernförde, einer für ein Essen im "Utgard" und eine Einladung zum "Künstler- und Kaotenstammtisch", der regelmäßig das Geschehen in Eckernförde und dem Rest der Welt gegen den Srich bürstet und dabei kreative Ideen wie die des Flaschenseepostamtes entwickelt. Nach dem Versiegeln dann der große Moment: "Postadmiral" Ewald Huß, Skipper des Traditionsseglers "Platessa von Esbjerg", übergibt die ungewöhnliche Sendung der Ostsee. Der immer noch scharfe Südwest treibt die Flaschenpost hinaus auf See -- einem unbekannten Ziel entgegen.

Mit Spannung warten Huß und seine kreativ-maritimen Mitstreiter jetzt auf Antwort. Wer findet die Flaschenpost und warum? Huß plädiert eher auf Fügung denn auf Zufall. So war es auch im vergangenen Jahr, als eine Camperin aus Grönwohld am Strand eine Flaschenpost fand und damit geradewegs zum Strandlokal ging, in dem gerade Matthias Huber sein neues Lokal "Möwe Jonathan" einrichtete. Ob man ihr sagen könne, wo das "Utgard" in Eckernförde sei, hatte sie gefragt, dort wolle sie den Gutschein einlösen, der in der so eben gefundenen Flaschenpost steckte. Huber wusste die Antwort. Er ist nicht nur Besitzer des "Utgard", er hatte auch zweieinhalb Jahre zuvor beim Segeln in der Flensburger Förde die Flaschenpost auf den Weg gebracht. Zufall oder Fügung?

Im Kreise zahlreicher Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur bezeichnete Mitinitiator Ewald Huß die Gründung des Eckernförder Flaschenpostseeamtes als kreatives Projekt, das keineswegs nur Selbstzweck sei, sondern den Tourismus und das Stadtmarketing beleben soll. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: Huß ist überzeugt, dass die Wirtschaft und die Zukunft nur dann funktionieren, wenn sie durch Kreativität und künstlerische Projekte belebt werden. Mit dem Flaschenpostprojekt möchte der Skipper der "Platessa", der unter anderem mit schwer erziehbaren Jugendlichen gearbeitet hat, Begegnungen initiieren und Lebenswege, Schicksale und "Geschichten" zusammenfügen.

Den zweiten Schritt muss nun der Finder tun und sich beim Eckernförder Flaschenpostseeamt unter www.flaschenpostsee.de bzw. im Flaschenseepostamt im "Utgard" melden. Dort werden nicht nur seine Gutscheine eingelöst, sondern auch die Geschichte aufgeschrieben und im Internet sowie in unserer Zeitung veröffentlicht.

Doch damit ist es nicht getan. Ziel der Initiatoren ist es, dass sich möglichst viele Menschen an das Flaschenpostseeamt wenden, um dort ihre Botschaften aufzugeben. Den Inhalt bestimmt allein der Absender. Es können Bilder, Fotos oder niedergeschriebene Gedanken sein, die man sonst vielleicht keinem anderen Menschen direkt sagen würde, sie aber bewusst dem Wasser übergibt und los lässt in der Hoffnung, dass sie ein Unbekannter findet und antwortet. Die Flaschenpost wird für eine Gebühr von 15 Euro von einem Skipper mit auf See genommen, über Bord geworfen und in einem Logbuch mit Datum. Uhrzeit, Position und Windrichtung festgehalten.

Nicht nur Ewald Huß wartet nun gespannt auf die Rückmeldungen. Auch die Ehrengäste an Bord der "Platessa" drücken die Daumen für das außergewöhnliche Projekt.



Erschienen in der Eckernförder Zeitung am 10.01.2005

 

 

 

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